Gestern hat das Kultusministerium Sachsens die Katze aus dem Sack gelassen. Die Mittelschule in Bad Elster wird geschlossen und die Grundschulen in Mühltroff (Schulverband Rosenbach) und Oberlosa (Stadt Plauen) können keine neuen ersten Klassen bilden. Das Schulsterben geht damit weiter, obwohl der ehemalige Kultusminister St. Flath weitere Schulschließung ausgeschlossen hat. Einen Nachsatz, das diese Aussage nur für seine Amtszeit gilt, gab es nicht. Seit Juni 2008 ist St. Flath kein Minister mehr. War hier politisches Kalkül im Spiel? Der neue Kultusminister kann sich gelassen zurücklehnen: Er hat ja nichts versprochen!
Seitens des Kultusministeriums wird die drohende Schließung schön verklausuliert. Denn offiziell wird nur die Mitwirkung entzogen. Der Mitwirkungsentzug heißt, dass durch den Freitstaat die Lehrer nicht mehr bereitgestellt werden. Für die Grundschule Mühltroff bedeutet dies, dass keine erste Klasse für das kommende Schuljahr 2010/2011 gebildet werden kann. Diese Klasse fehlt dann die nächsten vier Jahre.
Somit wächst die Verunsicherung für die Eltern der nachfolgenden Schuljahre. Denn keiner kann im Moment sagen, wie es ab den Schuljahren 2011/2012 weiter geht. Die betroffenen Eltern werden sich schon mal mit Plan B befassen und sich auch anderweitig orientieren. Auch beim Schulverband Rosenbach wird man sich angesichts dieser Situation zu keinen Investitionen durchringen können. Wer will schon Geld in die Hand nehmen, ohne zu wissen, ob die Schule noch eine Chance hat. Doch ohne Investitionen in die Grundschule wird sich diese von den qualitativen Rahmenbedingungen anderer Grundschulen entfernen. Die dann fehlende Attraktivität beinflusst wiederum die Orientierung der betroffenen Eltern. Der Kreislauf beginnt von vorn und führt letztendlich zur Schließung. Das Kultusministerium war es aber nicht, denn es wurde ja nur die Mitwirkung entzogen. Prima!
(Quelle: Pressemitteilung Medienservice Sachsen)
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