Ende des Jahres 2009 erhielt die Gemeinde Syrau eine Anfrage der Firma Aviagen GmbH zur Standortsuche für eine geplante Geflügelzuchtanlage in Fröbersgrün. Nach dem der Gemeinderat in der ersten Befassung mit diesem Sachverhalt zu wenig Informationen hatte, wurde der Planungsausschuss beauftragt, weitere Informationen einzuholen. Nach dem mehr Informationen vorlagen, wurde beschlossen, die bisherigen Informationen in einer Gemeinderatssitzung öffentlich zu machen.
Die rechtzeitige Information der Bürger über die Absichten einer Firma sollte eigentlich der richtige Weg sein. Denn das Geschrei ist immer dann riesig groß, wenn die Bürger erst mit dem Beschluss des Gemeinderates über einen bestimmten Sachverhalt informiert werden. Man liest es oft genug, dass dann die Bürger zukünftig eher informiert werden sollen.
Nun stellt sich die Frage, warum ausgerechnet bei der geplanten Geflügelzuchtanlage in Fröbersgrün die rechtzeitige Information der Bürger ein Problem darstellt. Denn anders kann man sich Kommentare wie beispielsweise
…Aufführung im Niveau der Augsburger Puppenkiste…
…dürftige Ausführungen – obwohl der Rat mehr wusste…
oder
…bringt keinen Nutzen für die Gemeinde…
nicht erklären. Nach der Gemeinderatssitzung im Januar 2010, in der die bisherigen Informationen öffentlich gemacht wurden, hat die Presse weitere Recherchen angestellt. Dabei kam heraus, dass ein Landtagsabgeordneter aus dem Vogtland hier eine Rolle spielt und seine Flächen im Gespräch sind. Auch wurde seitens der Presse berichtet, dass er die Fläche nur verkaufen wolle, wenn der Dung der geplanten Geflügelzuchtanlage auf den Flächen dieses Abgeordneten landen.
Angesichts der von der Presse aufgedeckten Zusammenhänge haben wohl auch die Gemeinderäte spitze Ohren bekommen. Denn bis zu besagter Gemeinderatssitzung waren diese Zusammenhänge nicht bekannt. Hoffentlich kommt jetzt keiner der Bürger, die o. g. Kommentare abgegeben haben, und sagen: Ach, so war das!?
Unabhängig davon stößt aber auch die Art und Weise des Auftretens gegenüber der Sache auf. Im Moment dreht sich die Diskussion eigentlich nur darum, wer wann was wusste oder nicht; bzw. wer wann wo welche Beziehungen und Informationen wozu und warum und wieso irgendwo eingesetzt hat, oder nicht. Zwei oder drei Arbeitsplätze sind wohl für Fröbersgrün zu viel; wenn die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Man kann nur hoffen, dass andere Weltkonzerne entweder diese Art und Weise mögen oder erst gar nicht auf die Idee kommen, hier einen Standort zu suchen.
Übrigens, wer immer noch der Auffassung ist, dass der Gemeinderat wissentlich Informationen vorenthält, der sollte sich ganz einfach zur nächsten Wahl mit aufstellen lassen. Dann ist man ja besser informiert. Der Landtagsabgeordnete erhielt zur letzten Landtagswahl am 30. August 2009 in Syrau mit 36.2 % die meisten Stimmen.
Der Lindwurm
PS.: Wer noch eine andere Sichtweise zum Thema Geflügelzuchtanlage lesen möchte, dem sei ein Artikel im Blog des Tierheims Freiberg empfohlen.
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